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ALABRI

Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Hälfte aller Madagassen lebt unter der Armutsgrenze von 1US$ pro Tag. Die ländlichen Regionen sind besonders betroffen: Dort verfügen nur 12% der Bevölkerung über sauberes Trinkwasser, 2,2% über angemessene sanitäre Anlagen. Rund ein Drittel der erwachsenen Landbevölkerung ist nicht alphabetisiert, nur 50% der Kinder im Grundschulalter besuchen regelmässig den Unterricht (Quellen: UNDP, unicef 2005).

Miarinarivo, 90km westlich der Haupstadt Antananarivo gelegen ist eines der wichtigsten Bildungszentren des mittleren Westens Madagaskars mit 14 Schulen. In der 16.000-Einwohner-Stadt kommen über 1000 der insgesamt  4000 Schüler aus dem Umland. Auf dem Land gibt es zwar fast überall Grundschulen, danach beginnt aber für viele Kinder der Arbeitsalltag. Nur 15% der madagassischen Kinder besuchen eine Sekundarschule (unicef 2005), die es oft nur in weit entfernten Städten wie Miarinarivo gibt. Dort wohnen die Jungen und Mädchen, oft zu mehreren, in einfachsten Unterkünften und müssen sich um sich selbst kümmern. Ihre Familien leben größtenteils von Landwirtschaft, Einkünfte zur Versorgung der Kinder sind oft gering und schwanken mit den Erntezyklen und –erfolgen. In der Regenzeit schränken unpassierbare Pisten die Transportmöglichkeiten ein. Für die jungen Schüler sind Arztbesuche im Krankheitsfall vielfach unbezahlbar.

Unser Projekt ALABRI hat sich zum Ziel gesetzt Schülerinnen und Schülern aus ländlichen Gegenden oder besonders armen Familien den Zugang zum Bildungssystem zu erleichtern bzw. erst zu ermöglichen, auch mit dem Ziel Alternativen zur Kinderarbeit zu schaffen. Indem wir die notwendige Grundversorgung sicherstellen ermöglichen wir einen erfolgreichen Schulbesuch.

Das Projekt besteht aus drei wesentlichen Einheiten: 

  • Das Schülerwohnheim bietet für rund 80 Schülerinnen und Schüler aus ländlichen Gegenden eine sichere Unterkunft, gesunde Mahlzeiten, sauberes Trinkwasser, genügend Hygiene sowie pädagogische und medizinische Betreuung. Weitere 20 - 30 Schüler sind über die Stadt verteilt in Mietzimmern untergebracht.
  • In der Schülerspeisung bekommen Schulkinder besonders armer Familien aus Miarinarivo und der nahen Umgebung an Schultagen ein warmes Mittagessen.
  • Das Bildungszentrum  vermittelt den Schülern Wissen und Fertigkeiten, um über die Schule hinaus ihre Lebenssituation selbst verbessern zu können (Hilfe zur Selbsthilfe) und gleichzeitig als fortschrittliche Kraft in ihren Dorfgemeinschaften zu wirken (Multiplikatorfunktion).

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