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Das Bildungszentrum

Im Bildungszentrum steht Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund: Mit praxisbezogenen Lehrangeboten wollen wir dazu beitragen, dass die Schülerinnen und Schüler ihr Leben später selbst positiv gestalten und darüber hinaus als innovative Kraft in ihren Dorfgemeinschaften wirken können (Multiplikatorwirkung). Dabei haben wir einen entscheidenden Vorteil gegenüber herkömmlichen Bildungsorganisationen. Wir können das Wissen, welches wir den Jungen und Mädchen vermitteln, im Alltag "vorleben", nicht nur mit Stift und Schreibheft sondern auch ganz praktisch. Dieses Prinzip wollen wir auf möglichst vielen Ebenen verwirklichen.

Das Bildungszentrum wird von Eltern, Lehrern und vor allem von den Schülern gut angenommen und bewährt sich. Es steht aus Kapazitätsgründen nur einer begrenzten Schülerzahl, nämlich den Heimbewohnern und den Schülern der Schülerspeisung zur Verfügung.

Spielend lernen

Das „Spielend Lernen“-Programm ist für die Kinder unserer Schülerspeisung angelegt. Da die Grundschüler nur halbtags Schulunterricht haben, steht ihnen wesentlich mehr Freizeit zur Verfügung. Diese nutzen wir, um in unterhaltsamen Spielen Inhalte zu vermitteln. In Themenwochen wird Wissen zu Zähnen, Wasser, Trinkwasser und durch unsauberes Wasser verursachte Krankheiten, Körperhygiene, Hygiene im Haushalt, Lebensmittelhygiene, Ernährung, Landwirtschaft, Umgangsformen, Kinderrechte, Familienplanung aber auch Kunst oder Sport an die Kinder weitergegeben. Die Spiele fördern die Konzentrationsfähigkeit und verbinden meist motorische mit geistigen Tätigkeiten. Die Wochen werden vielfach abgerundet durch selbst entworfene Theaterstücke, oft in Form eines Kasperltheaters, die die Thematik nochmals aufgreifen und abrunden. Klassenraum ist das gesamte Gelände einschliesslich der Gärten und Felder. Madagassische und deutsche Volontäre entwerfen und leiten die Spiele an. Dadurch sammeln die Kinder auch Erfahrungen im interkulturellen Austausch.

Schau Dich schlau

Da die Schüler im Wohnheim aufgrund der Ganztagesschule wenig Zeit für außerschulische Lehrangebote haben, sollen im gesamten Zentrum Poster aufgehängt werden, die die Schüler über wichtige Themen informieren. So erfahren sie zum Beispiel bei der Küchenarbeit mehr über die Nährwerte von Lebensmitteln und unseren täglichen Bedarf an Nährstoffen. An den Waschbecken sollen sie mehr über das Waschen mit Seife, die Ressource Wasser oder Zahnhygiene lernen. In den Schlaftrakten werden Poster über Familienplanung oder Aids angebracht. So können die Schüler im Alltag nach ihren Zeitvorgaben und ihrem Interesse Wissen sammeln. Bereits fertig gestellt sind Poster über Ernährung, Essbenehmen oder den Bau eines Backhäuschens. Ebenso wird die Funktionsweise unserer Solarkocher oder des solaren Wassererhitzers erklärt. Geplant sind außerdem Poster über Themen wie Familienplanung, Aids, Umwelterziehung und viele andere. Dieses Lernkonzept soll langfristig auch durch Hörspiele ergänzt werden, die dieselben Themen verarbeiten oder vertiefen. Diese können ebenso während alltäglicher Tätigkeiten wie dem Wäschewaschen, bei Küchenarbeiten oder den Mahlzeiten vorgespielt werden um so akustisch Wissen auf unterhaltsame Weise zu vermitteln.

Erste Hilfe

Jährlich einmal ermöglichen wir Schülern der Oberstufe an einem Erste-Hilfe-Kurs teilzunehmen. Dieser wird vom madagassischen Roten Kreuz auf unserem Gelände durchgeführt. So sollen die Schüler später in der Lage sein, sich und ihren Mitmenschen in Notsituationen helfen zu können. Da die Wege zum nächsten Arzt auf dem Land unter Umständen sehr weit sein können kommt dem Ersthelfer hier eine sehr wichtige Rolle zu. Darüber hinaus bieten wir nach Möglichkeit Seminare zu anderen Gesundheitsthemen, wie z.B. Aids oder auch Familienplanung an.

Unterrichtsbegleitende Angebote

Abhängig von den Kapazitäten unseres Personals und der Volontäre stehen den Schülern schulbegleitende Kurse, bisher vor allem in den Fremdsprachen Französisch und Englisch offen. Um dieses Angebot auszuweiten bilden wir zukünftig ehemalige Schüler für entsprechende Aufgaben aus.

Kulturelle Angebote

Verschiedene kulturelle Angebote ergänzen das Bildungszentrum. Dazu gehört das Kasperle-Theater oder zum Beispiel ein von den Schülern geschriebenes und inszeniertes Theaterstück gegen Kinderarbeit, das in der Hauptstadt aufgeführt wurde, sowie Unterricht in zeitgenössischem madagassischen Tanz als Ausdrucks- und Kommunikationsmedium. Auch Konzerte wurden bereits in Antseranantsoa veranstaltet. Der Höhepunkt war sicherlich eine zweiwöchige Jazzkonzert-Reise der United Big Band Berliner Schüler. Bei den Weihnachtsfeiern und zu anderen festlichen Anlässen studieren die Schüler Lieder, Tänze und sogar eigene Gedichte ein, die sie Freunden und Gästen vorführen. Hin und wieder können wir auch kleine Exkursionen in das nahe gelegen Umland unternehmen. Die eigene Umwelt kennen und lieben zu lernen ist der erste wichtige Schritt in der Umwelterziehung. Denn nur was man liebt, hält man auch für schützenswert.

Kasperl vermittelt Wissen

Kasperl vermittelt Wissen

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